Allein Reisen Als Frau

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Immer mehr Menschen entschließen sich dafür allein zu verreisen – auch Frauen. Aber worum geht es dabei? Will man seine Erinnerungen denn nicht mit Freunden erleben und teilen? Was hat man vom Allein Reisen? Und ist es überhaupt sicher als Frau allein zu reisen? Hier ein paar Gedanken zu diesem Thema und Aspekte des Alleinreisens.

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Lernen „Ja“ zu sagen

Wenn ich alleine reise, gibt mir das die perfekte Möglichkeit ja zu sagen – zu neuen Menschen, zu einer anderen Kultur, zu neuen Erfahrungen, zu Dingen, die ich daheim vielleicht nicht tun würde. In dieser Zeit kann ich mich zu einem gewissen Grad neu erfinden, neue Einstellungen und Eigenschaften an mir selbst entdecken und den Alltagspfad verlassen. Also geh raus, finde neue Dinge, die du magst, Dinge, die du nicht magst, nimm dir die Zeit über alles nachzudenken und entwickle dich weiter.

Lernen „Nein“ zu sagen

Genauso wichtig ist ein anderes kleines Wort: Nein. Besonders wenn du in einer höflichen Kultur wie Deutschland aufgewachsen bist, kann es manchmal schwerfallen ein klares „Nein“ auszusprechen. Wenn ich dort draußen auf mich allein gestellt bin, muss ich Verantwortung übernehmen. Für die Art und Weise, wie ich reise, für die Entscheidungen, die ich auf dem Weg treffe, für meine Sicherheit, für mich selbst. Ja zu sagen bedeutet nicht, ja zu allem und jedem zu sagen. Ich finde es wichtig, für meine Standpunkte einzustehen. Wenn ich mich unwohl fühle mit einer Person oder einer Situation, dann gehe ich. Manchmal ist es ein schmaler Grat zwischen abenteuerlichen oder mutigen Entscheidungen hin zu gedankenlosen, vielleicht sogar naiven Entscheidungen. Meiner Erfahrung nach sollte man diese Linie bereits vorab gezeichnet haben.

Sich selbst herausfordern

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Eine Gelegenheit, die es gratis dazu gibt beim Alleinreisen, besteht darin seine Komfortzone zu verlassen. Es wird kein „Wenn du es tust, tu ich es auch.“ geben. Ich bin für mich selbst verantwortlich. Und so wird alles, was ich tue, wegen meiner Entscheidung sein. Und für alles, was ich nicht tue, kann ich niemand anderen verantwortlich machen. Eigentlich ganz einfach, oder? Also wie kannst du dich auf einer Reise selbst herausfordern? Wird es ein Scuba Dive sein, ein Bungee Jump oder eine Wrestling Erfahrung? Wird es darum gehen, fremde Leute anzusprechen und neue Freunde zu gewinnen? Auszugehen und ohne Alkohol Spaß zu haben? Auf einen Berg steigen? Einen Road Trip starten? Eine gewisse Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewältigen? Was auch immer es ist, du wirst mit dieser Erfahrung wachsen.

Allein reisen als Frau: 5 Regeln

Über die Zeit habe ich mir für das Alleinreisen ein paar Grundregeln zurechtgelegt. Der Hauptgrund dafür ist Sicherheit. Ich neige zum Beispiel dazu, sehr gut von Leuten zu denken. Das hat mich in der Vergangenheit manches Mal in Schwierigkeiten gebracht, also befolge ich die folgenden Regeln, um bestimmte Situationen zu vermeiden:

  1. Wenn ich alleine reise, trinke ich wenig Alkohol. trinken alkohol alleine reisen Besonders nicht in Nachtclubs. Für mich ist es okay, wenig zu trinken, wenn ich eine paar nette Mädchen gefunden habe, die zum Beispiel zum gleichen Hostel wie ich zurückkehren werden und denen ich vertraue. Allerdings will ich immer die volle Kontrolle über mich behalten.
  2. Wenn ich abends mit Jungs unterwegs bin, die ich nicht kenne, dann nur auf belebten Straßen.
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    Auch das hat mir bereits sehr geholfen. Ich glaube natürlich, dass die Leute nett sind, mit denen ich etwas unternehme, aber wie kann ich sicher sein? Also bleibe ich auf belebten und gut ausgeleuchteten Straßen, vorallem nachts. Wenn Jungs in eine andere Richtung laufen, dann werde ich nein sagen. Ein einfaches „Nein, ich will nicht in diese Richtung laufen“ oder sogar ein „Ich fühl mich mit dieser Richtung nicht wohl, lass uns in eine andere Richtung laufen“ ist ehrlich und wird von Menschen mit guten Absichten auch stets akzeptiert werden.
  3. Wenn ich in eine zweideutige Situation gerate: Sicherheit zuerst, Höflichkeit danach. Ich versuche nicht naiv zu sein, wenn es um die Absichten anderer Menschen geht. Das schließt u.a. mit ein nicht „mal eben“ Jungs nach Hause zu begleiten, damit sie „kurz ein paar Sachen holen können“, nicht in ein Auto mit Leuten zu steigen oder dort zu bleiben, wenn ich mich aus irgendeinem Grund nicht sicher fühle, nicht zu trinken, wenn mir fremde Männer ein Getränk ausgeben wollen, besonders nicht, wenn ich das Glas oder die Flasche nicht auf seinem kompletten Weg vom Barkeeper bis in meine Hand sehen kann.
  4. Selbst bezahlen. Noch eine grundlegende Regel, die mir nicht nur auf Reisen wichtig ist. Ich kann für mich selbst zahlen, ich will mich nicht verpflichtet fühlen bei Leuten zu bleiben oder Zeit mit ihnen zu verbringen, nur weil sie mich beispielsweise auf einen Kaffee eingeladen haben. Sicherlich muss ich mich auch dann zu nichts verpflichtet fühlen, aber für mich wird es dadurch zumindest leichter.
  5. Zu guter Letzt: Andere Kulturen respektieren. kleidung frauen reisen alleine fiji tempel reiseblogNeben der Tatsache, dass es in manchen Kulturen einfach respektlos ist, manche Teile seines Körpers zur Schau zu stellen, können Röcke, Tops und Hotpants dort zu sexueller Aufmerksamkeit führen, wo Männer das normalerweise nicht zu sehen bekommen. Wenn ich mich an den kulturellen „Dresscode“ bis zu einem gewissen Grad anpasse, werde ich also weniger zweideutige Blicke bekommen. Einfach.

Zusammenfassend gibt es eine Menge an Punkten, die für einen Solo Trip sprechen. Mit ein paar einfachen Regeln fühle ich mich auch als Frau sicher auf Reisen. Was ich dafür bekomme, ist die absolute Freiheit und Unabhängigkeit, zu tun was ich will, viele Chancen an mir selbst zu arbeiten, mich weiterzuentwickeln und zu wachsen. Eine letzte Sache: Dieser Post soll Leute, die über Solo Trips nachdenken, dazu ermutigen, den Schritt zu wagen. Das heißt aber nicht, dass alles immer nur toll sein wird. Ich bin kein Fan davon, nur eine Seite der Medaille zu hypen, also hier noch ein paar Punkte, die du beachten solltest: Wenn ich alleine reise, werde ich mich manchmal auch alleine fühlen. Ich kann mich dafür entscheiden, nicht alleine zu sein, indem ich zum Beispiel in Hostels gehe, auf Leute zugehe und offen bin für neue Erfahrungen. Aber wenn ich mich bewusst dafür entscheide, alleine zu sein, wird es auch Momente geben, in denen ich mir wünsche, dass jemand da wäre. Das ist Teil des Spiels, denke ich. Es wird vielleicht auch Momente geben, in denen ich denke „Wow, das wäre jetzt so viel leichter, wenn ich Hilfe von einem Freund hätte.“ Das ist der „Hallo Komfortzone“ Moment. Die Oberhand zu gewinnen über solche inneren Konflikte werden dich wachsen lassen und sind auch Teil des Prozesses.

Hast du Gedanken, Anregungen oder weitere Tipps? Dann lass dein Kommentar hier und teile deine Erfahrungen mit mir!

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