Alleine Reisen – Leute kennenlernen unterwegs

leute kennenlernen auf reise reiseblog solo trip angst alleinsein gespräch starten

Du würdest gerne auf einen Solo Trip gehen, hast aber Angst vor der Einsamkeit? Es fällt dir schwer auf einer Reise neue Leute kennenzulernen? Öfters bekomme ich Fragen darüber gestellt, wie ich unterwegs neue Leute (oder auch Kängurus) kennenlerne. Ich habe für dich hier ein paar Tipps zusammengestellt, wie du mit Fremden ins Gespräch kommst und im Gespräch bleibst!

#1: Starte mit einfachem Small-Talk

Warum ist das Wetter so ein beliebtes Thema um ein Gespräch zu beginnen? Es ist nicht politisch, es ändert sich oft genug, um immer wieder darüber reden zu können und man verletzt damit keine Gefühle. Ich will nicht unbedingt vorschlagen, dass du deine Small Talk Fertigkeiten auf das Wetter beschränken sollst. Ich will dich vielmehr dazu ermutigen Themen mit den gleichen Attributen zu finden. Ein paar Beispiele dafür könnten sein: Ein bevorstehender Trip, wie deine Reise bisher so war, Fragen stellen über die Reise des Gesprächspartners, wie er den Trip bisher findet, ob er eine Wanderung dieser Art schon vorher einmal gemacht hat… Wenn du denkst, was du zu sagen hast ist bestimmt nicht interessant genug oder wenn du Angst davor hast, dass dein Gespräch auf einmal ins Stocken gerät: Probiere das doch in deinen täglichen Alltag zu integrieren! Mit zufälligen Leuten auf der Straße, die du nie wiedersehen wirst. Es muss ja kein langer „Small Talk“ sein, vielleicht startest du einfach damit, jemanden nach dem Weg zu fragen oder nach der Uhrzeit. Konzentriere dich darauf mit einer deutlichen Stimme zu sprechen, die laut genug ist, damit dich dein Gesprächspartner auch hören kann. Du kannst das super vor dem Spiegel trainieren, am besten mit kurzen Sätzen. Nimm dir Zeit und versuche deinen Satz nicht hastig vorzutragen.

#2: Eine positive Haltung als Schlüssel

Menschen fühlen sich angezogen von Positivem. Wenn du beispielsweise das Wetter als dein Thema wählst, würde ich lieber antworten auf ein „Das Wetter ist so schön heute, das bringt mich in eine richtig gute Stimmung“ als auf ein „Ich hasse dieses Wetter, es regnet ständig und immer“. Das gilt nicht nur für das Reisen und kann ebenfalls bestens daheim trainiert werden. In manchen Situationen ist es leichter negativ statt positiv zu sein. Darum werden dir Menschen aber auch sagen, dass sie deinen Positivismus schätzen, weil sie genau das in diesem Moment nicht hinbekommen haben. Ich nenne das immer das „mentale Fitnessstudio“, in dem deine Maximalladung an Gewichten jene Zeiten symbolisieren, in denen es für dich am Härtesten ist, positiv zu bleiben. Zurück zum Reisen könnte das eine Situation sein, in der du weiterlaufen musst, obwohl du bereits viel zu müde bist und den ganzen Tag gelaufen bist. Es könnte ein sehr heißer Tag sein, der dir zusetzt, mit Fliegen um dein Gesicht und dem Gefühl, wirklich eine Dusche zu benötigen. Es könnte das Kochen abends im Camp sein, wenn du dich eigentlich nur ausruhen willst. Es könnte dieses nervige Gruppenmitglied sein, dass ständig die Atmosphäre ruiniert. Sei positiv, bleib positiv, sprich positiv.

#3: Das Prinzip der Ähnlichkeit

Stell dir vor, du nimmst an einer Tagestour teil und triffst dort auf neue Leute. Was hast du mit ihnen gemeinsam? Sie reisen auch, wo sind sie bisher gewesen? Sind sie aus demselben Land wie du? Bist du bereits in ihrem Land gewesen oder willst du dort noch hin? Sind die Leute in deinem Alter, haben sie dein Geschlecht? Erscheinen sie extrovertiert oder würden sie ein Gespräch abseits des Gruppenmittelpunkts bevorzugen? Sind sie lustig oder eher ernst? Versuche herauszufinden, wer ein ähnliches Mindset hat wie du und beginne ein Gespräch. Ähnlichkeit schafft eine Art Verbundenheit. Es entsteht Vertrautheit, weil wir selbst ähnlich fühlen und denken und somit einschätzen können, was uns erwartet. Eltern auf einem Spielplatz kommen leicht mit anderen Eltern ins Gespräch, wenn sie über ihre Kinder reden können und das Elternsein. Hundebesitzer haben es leicht andere Hundebesitzer kennenzulernen, weil sie offensichtlich den gemeinsamen Nenner Hund gemeinsam haben. In der Psychologie des Überzeugens werden beispielsweise professionelle Verkäufer trainiert Ähnlichkeiten mit ihren potentiellen Kunden zu identifizieren, um eine Art Band mit ihnen zu knüpfen. Das könnte eine (tatsächliche oder simulierte) gemeinsame Leidenschaft für denselben Fußball-Club sein oder eine Mitgliedschaft im gleichen Fitnessstudio. Es könnte sogar bedeuten, sich wie die erwählte Zielgruppe anzuziehen! In unserem Reisebeispiel willst du dich quasi selbst verkaufen. Ich schlage aber nicht vor, dass du dich an die Werte und Einstellungen anderer anpassen sollst und sie davon überzeugen sollst, dich zu mögen! Ich schlage dir lieber vor, deine eigene Einzigartigkeit zu finden und Werte, hinter denen du stehst zu benutzen um mit ähnlich gesinnten Menschen anzubandeln. Du darfst natürlich trotzdem offen gegenüber neuen Einstellungen sein.

#4: Wenn du etwas Schönes siehst, dann sprich es aus

Wie oft denken wir: Wow, diese Frau/dieser Mann ist toll! Ich wünschte ich könnte mit ihr/ihm reden. Und wie oft gehen wir dann tatsächlich zu ihnen hin und sagen ihnen, was wir an ihnen interessant finden? Wenn du etwas Schönes siehst in jemandem, dann sprich es an! Vielleicht gibt es da einen sehr talentierten Tourguide, der es versteht interessante Geschichten zu erzählen. Oder ein Mädchen, das wunderschöne Fotos gemacht hat von dem Berg, auf den ihr gerade gestiegen seid. Es könnten zwei Jungs sein, die episch gute Witze erzählen, ein Pärchen, das noch immer reist, obwohl es schon sehr alt ist, eine Frau, der ihre Jeans wirklich gut steht, ein alter Großvater mit fesselnden Augen… Finde diese eine Sache, die vielleicht schon von Beginn an dein Interesse an einer Person geweckt hat. Dies ist auch eine gute Möglichkeit um festzustellen, ob dein Gegenüber bereit ist für eine Konversation, je nach ihrer/seiner Reaktion.

#5: Höre aufmerksam zu

Was auf den ersten Blick banal erscheint, wenn man ein Gespräch führen will, ist es manchmal nicht. Die häufigste Situation, die mir dazu einfällt: „Hey, wie heißt du?“ – „~~~~~~. Und du?“ – „Ich heiße Vanessa.“ Klassiker. Das sind genau die Situationen, in denen wir zu sehr damit beschäftigt sind, uns auf den nächsten Dialogschritt vorzubereiten. Dabei vergessen wir unserem Gegenüber genug Aufmerksamkeit zu schenken. Was wirklich schade ist, denn eigentlich wollen wir ja eine echte Unterhaltung führen und unser Gegenüber kennenlernen. Meine persönliche Lösung für dieses Szenario: Versuche den eben gehörtern Namen zu wiederholen, in deinem Kopf oder sogar laut. So bleibst du auf dein Gegenüber fokussiert. Für deine Zeit allein auf Reisen könnte dies bedeuten, nicht nur deine eigene Story vorzubereiten darüber, wo du deinen letzten Scuba Dive hattest. Vielmehr bedeutet es, dich auf die neuen Informationen zu fokussieren, die du von den Erzählungen deines Gegenüber bekommst. Wenn du der Einzige bist, der redet, wirst du am Ende nicht reicher an Erfahrung sein, richtig? Außerdem führt das Eine zum Anderen und eine Person, die dir erzählt, dass der tollste Tauchgang für ihn eine Face to Face Begegnung mit einer dieser wilden Riesenschildkröten war, könnte wiederum neuen Gesprächsstoff liefern und die Konversation am Laufen halten.

 

Hast du Anmerkungen oder Gedanken, die du mit mir teilen möchtest? Dann lass mir doch einen Kommentar hier! Anmerkung: Wenn du stattdessen wilde Kängurus kennenlernen möchtest, geh in einen australischen Wald und hab eine Karotte dabei! Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und neue Leute kennenlernen! Schau doch auch bei ähnlichen Posts vorbei: Als Frau alleine Reisen – Pro und Contra.

leute kennenlernen auf reise reiseblog solo trip angst alleinsein gespräch starten

English