Mahout – Auf dem Rücken eines Elefanten

 Ich habe mich sofort in diesen Ort verliebt. Als ich die Mahout begleitet habe, habe ich viel gelernt über das große sanftmütige Big 5 Tier und auch über das tägliche Leben der thailändischen Mahout – der Elefantenhüter.

Die Patara Elephant Farm liegt am Rande des Doi Suthep Pui National Parks. Die Natur dort ist beeindruckend und an so mancher Stelle könnte man denken, gleich springt Mogli aus dem Busch und begleitet uns ein Stück.

Das für mich wichtigste ist jedoch etwas anderes: Die Umgebung, in der diese wunderbaren Tiere wohnen, ist sauber und artgerecht, und die Menschen, die sich um sie kümmern, sorgen sich wirklich von ganzem Herzen um deren Wohlbefinden.

Mahout – Aus der Nähe

Ein traditioneller Mahout beginnt seine Karriere bereits als kleiner Junge innerhalb des Familienbetriebs. Hier ist er für seinen eigenen Elefanten verantwortlich. Über sein ganzes Leben hinweg webt er ein Band mit seinem Elefanten, dass immer stärker und stärker wird.

Dieses Bild zeigt tradtionelle Mahout Kleidung. Ein robustes Material wird verwendet, dass den Strapazen standhält, welche die Arbeit mit so einem Riesen mit sich bringt.

 

Elefanten-Pflege

Es gibt ein paar Kommandos auf Thai, die jeder Elefant hier versteht. Wenn sie sich auf eines dieser Kommandos hin hinlegen, ist es möglich sie von Schmutz zu befreien und nach Wunden zu suchen. Einer der Mahout fragte mich, ob ich jemals Bilder gesehen habe, auf denen Elefanten ‚weinen‘. Manche Tierschützer warnen so vor bestimmten Elefantenfarmen. Ich bejahte. Er erklärte, dass Elefanten feuchte Augen brauchen und dies nicht notwendigerweise weinen bedeutete. Es wäre sogar ungesund, wenn ein Elefant trockene Augen hat, weil er dann dehydriert wäre. Es gäbe dennoch Gründe, so manche Elefantenfarmen zu meiden, aber solche Fotos seien irreführend, meinte er.

 

Große Elefanten-Fütterung

 Tha-Tha ist eine Elefanten-Dame, die auf der Patara Elephant Farm lebt. Der junge Mahout, der für sie verantwortlich ist, erklärte mir, wie wichtig es ist, ihren Namen zu lernen. Ich stimme ihm zu und mag seine Einstellung auf Anhieb. Tha-Tha isst circa 360 kg Bananen, Gurken, Ananas, Papayas, Getreide und Blätter pro Tag! Das ist so verrückt, aber wie sonst könnte sie so dick groß werden?

Auch der Kot muss täglich untersucht werden (nebenbei gesagt riecht er nicht komisch, sie isst ja quasi nur Gras)! Ein Elefant sollte 5 dieser Kot-Bällchen pro Stunde (!) produzieren, wenn er gesund ist 🙂

 

Ooops…

Was gibt es jetzt hier zu sehen?

Er konnte einfach nicht mehr an sich halten, dabei ist sie doch schon schwanger…

Ich finde es gut, dass die Elefanten hier jederzeit die Freiheit haben zu tun, wonach ihnen der Sinn steht. Nach circa 5 Minuten ist ihr Tageswerk vollbracht und sie beginnen wieder zu essen.

 

Darf ich bitten?

Hast du dich jemals gefragt, wie man auf so einen riesigen Elefanten steigt? Es gibt tatsächlich verschiedene Möglichkeiten! Ein Mahout kann ein Kommando geben, woraufhin der Elefant seinen Fuß anhebt. Steigt man auf diesen Fuß und hält sich gleichzeitig an Tha Tha’s Ohr fest (keine Sorge, das hat sie nichtmal gemerkt ;D ) ermöglicht es dem Mahout auf den Rücken seines Elefanten zu klettern, wie bei einer Leiter. Die Alternative ist – wie ein Profi – über den Rüssel aufzusteigen.

Sitzt man erstmal gemütlich hinter Tha-Tha’s Kopf, kann die Reise beginnen!

 

Into the Wild – Auf dem Rücken eines Elefanten!

Es ist ein unglaubliches Gefühl, auf Tha-Tha’s Rücken zu sitzen und mir meinen Weg durch die Wildnis zu bahnen. Manchmal sah ich mich großen Spalten von über einem Meter Höhe (!) gegenüber und alles was ich denken konnte war „Hilfe..Hilfe..HILFE!!!“ – und dann stampfte Tha-Tha gemählich darüber hinweg, als wäre es nichts!

Tha-Tha ist wirklich zu meiner eindruckvollsten Tierbegegnung geworden, die ich jemals erlebt habe.

 

Baden mit der Elefanten-Familie

Einfach nur Hammer – Es hat so viel Spaß gemacht!!  Der Herde zuzusehen, wie ihre Gesellschaft genießen, mit ihren ganzen Körpern unter Wasser tauchen und über den ganzen Fluss tröten und prusten!

Ich empfand das wahnsinnig bewegend in diesem Moment bei ihnen sein zu dürfen, ihnen den Dreck von der Haut zu schrubben und mit ihnen herumzualbern.

Zwei kleine Babies haben gar nicht mehr aufgehört herumzublubbern und im Wasser zu plantschen.

Es war einfach wunderschön.

 

Der ganz Kleine…

Ich hatte tatsächlich das Glück, diesen kleinen Tollpatsch von stolzen 6 Monaten kennenlernen zu dürfen, als ich auf die Farm kam. Gerade erst geschlüpft, war er schon sehr aktiv und spielvernarrt. Neugierig hat er seinen Rüssel nach mir ausgestreckt… Und irgendwann hat er mich tatsächlich umgerannt! Gott sei Dank war er nicht so dick wie die anderen 😉

 

Beunruhigende Situation für Elefanten in Thailand

Während meines Trips durch das Land bin ich an verschiedenen Orten vorbeigekommen, an denen es leider anders aussieht. Ich habe Elefanten gesehen, die am Straßenrand in Ketten gelegt waren, sodass sie auch jeder Tourist sehen konnte, um vielleicht für einen kurzen Fotostop zu halten oder einen kurzen Ritt. Einmal saß ich in einem kleinen Kaffee, als ich bemerkte, dass ein kleiner Baby-Elefant bei der nächsten Straße angekettet war. Er war ganz allein und verloren, keine Mutter und auch kein Mensch, oder nur irgendjemand. Der Kleine hat wild trompetet und versucht sich zu bewegen, aber die Ketten waren so eng, nicht einmal einen Meter zur Stange. Ich weiß nicht, ob das seine Art war zu weinen, aber es war unendlich traurig, das zu sehen.

Ich habe meinen Kaffee stehen lassen und bin gegangen.

Mir liegt es wirklich am Herzen diesen Post zu teilen und hoffe, dass Touristen nein sagen zu so einer Art Tierhaltung.

 

Eine nachhaltige Elefantenfarm

Noch immer habe ich unglaublich eindrucksvolle Erinnerungen an diesen Ort. Ich fand es ech ttoll, wie die Mahout sich dort um ihre Elefanten gekümmert haben und sich richtig um sie gesorgt haben. Das ganze Set Up dieser Farm bringt Menschen dazu zu verstehen, wie wichtig es ist für diese liebevollen Tiere einzustehen, die nciht für sich selbst kämpfen können.

Soulias Empfehlung:

Die Patara Elephant Farm bietet eine Menge an Erlebnissen an rund um ihre geliebten Tiere. Ich weiß, es ist etwas teuer (z. B. ~ 5,800 Baht für einen Tag). Aber wenn du nach einem nachhaltigen Ort suchst, an dem Elefanten gut behandelt werden und an dem Leute die Extra-Meile gehen, um sicherzustellen, dass es ihnen gut geht, dann kann ich diesen Ort empfehlen!

www.pataraelephantfarm.com

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